Betta Splendens – Der Kampffisch – Haltung und Zucht

Der beliebte und hübsche Kampffisch ist unheimlich ansehnlich, und wird gerne im Becken gehalten. Dabei ist der Fische eigentlich recht einfach was die Haltung und die Zucht angeht. Was wichtig ist, wäre allerdings die Vergesellschaftung, denn da werden jede Menge Fehler gemacht. Da ich aktuell auch schon mal wieder darauf angesprochen worden bin, habe ich mich entschieden hier einige Dinge mal zusammenzufassen. Der Kampffisch an sich ist ja ein Fisch den man gerne hält, und der unheimlich schön wird. Es gibt den, im Fachjargon als Betta Splendens bezeichneten Fisch, in den verschiedensten Zuchtformen, und Farben, eine prächtiger als die andere. Sogar komplette Wettbewerbe werden mit den Tieren gerne abgehalten, die für jeden Fischfreund ein absolutes Fest sind.

Die Haltung eines Kampffisches ist sehr einfach. Man benötigt dafür ein Aquarium, welch ein Wunder, mit Mindestens 54 Litern Inhalt, sprich ein 60 cm Becken, im allgemeinen gerne auch als 60 Liter Becken bezeichnet. Das schreibt das Tierschutzgesetz vor. Hochzuchten fühlen sich in der Regel in kleineren Becken, ab/bis 30 Liter wesentlich wohler, und haben eine deutlich höhere Lebenserwartung. Das Tierschutzgesetz macht hier aber keinen Unterschied. Wildformen sind in der Haltung wesentlich einfacher als Hochzuchten, da die Wildformen nicht so agressiv sind, wie die Hochzuchten, dafür sind die Hochzuchten aber deutlich hübsche, und farbenfroher, während die Wildformen meist relativ farbarm sind.

Die Einrichtung eines Kampffischbeckens ist recht einfach, vor allem was die Technik angeht. Es benötigt eine sehr dichte Bepflanzung, und muss viele Versteckmöglichkeiten bieten. Wer züchten will, sollte auf jeden Fall einen Teil Schwimmpflanzen mit einbringen, ca 30-50% der Wasseroberfläche sollten bedeckt sein. Kampffische sind Labyrinther, benötigen deshalb weniger Luft als andere Fische, bzw. können die Luft aus dem Wasser wesentlich besser aufnehmen als Kiemenatmer. Sie fühlen sich auch in Becken mit sehr kleinen, oder gar ganz ohne Pumpen recht wohl. Eine geringe Umwälzung des Wassers ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, wegen der Bakterienflora. Ein kleiner Innenfilter wie der hier rechts im Angebot reicht aber bereits vollkommen aus, da Kampffische durch ihr Labyrinthähnliches Atmungsorgan sehr viel Sauerstoff im Wasser verarbeiten können. Luftsprudler sollte man auf jeden Fall vermeiden! Es wird natürlich die berechtigte Frage kommen warum ich jetzt nicht wie sonst das günstigste Angebot empfehle, das liegt aber auf der Hand!

Bei der Einrichtung, vor allem dem technischen Teil eines Aquariums würde ich aus verschiedenen Gründen nicht das billigste kaufen. Zum einen gibt es für Markenpumpen von Eheim, Sera oder Fluval die Möglichkeit Filtermaterial nachzukaufen, und Ersatzteile zu bekommen, was bei den billigsten Pumpen aus Fernost, die auch ausreichen, meist nicht möglich ist. Zum anderen ist der Preisunterschied von Billigpumpen und kleinen Markenpumpen lange nicht so groß das es sich lohnen würde sich nachher irgendeinen Mist ins Haus zu holen. Von gebrauchten Pumpen würde ich grundsätzlich abraten, es sei denn ihr tauscht das Filtermaterial komplett aus, und reinigt die Pumpe sehr gründlich!

Die Haltung des Kampffisches alleine, oder mit zwei Weibchen ist stark anzuraten. Mehrere Männchen zusammen geht auf keinen Fall, da sie sich, wie bereits der Name sagt, gegenseitig bekämpfen würden. Auch kleinere Rassen sollte man genauso wenig dazusetzen, wie Rassen mit starken Farben, oder großen Flossen. Sprich Guppies, Skalaare, Schwertträger und andere beliebte Rassen fallen durchs Raster. Zu einem Kampffisch, oder einer kleinen Kampffischgruppe kann man ohne Probleme zum Beispiel Panzerwelse und/oder Ancistrus-Welse, die beliebten Fensterputzer, setzen ohne Probleme zu bekommen. Mollies könnte man auch dazu setzen, dabei geht der Kampffisch an sich allerdings unter. Erfahrung mit einer Vergesellschaftung mit Garnelen habe ich leider gar keine, ich würde aber instinktiv auf Großhandgarnelen, Ringelhandgarnelen, Mexikogarnelen oder CPO´s komplett verzichten, da es wahrscheinlich ist, das diese an die Kampffische gehen. Eine Fächergarnele hingegen könnte eher Opfer der Kampffische selbst werden. Bienengarnelen und andere kleine Rassen sind gutes Lebendfutter, mehr leider nicht. Amanogarnelen sollten gehen wenn man nicht die kleinen kauft, bleibt aber nur die Frage ob die Betta Splendens die nicht auch anknabbern. Auf jeden Fall sollte man aber Fische vermeiden die viel herumschwimmen, und dabei recht schnell sind, das setzt die Kampffische tierisch unter Stress und verhindert das natürliche Verhalten, und eine Zucht komplett.

Die Zucht ist relativ einfach zu handhaben, solange die Wasserwerte optimal sind, sprich:

Temperatur 24-30 Grad Celsius

pH-Wert 5-7

gH 5 – 15

… wenn man sich da in einem guten Mittel bewegt, und die Temperatur an die 28-39 Grad hoch fährt, beginnt meist recht schnell das Balzverhalten, was sehr schön anzusehen ist. Senkt man die Temperatur kann man eine Nachzucht verhindern. Sowohl das Balz, als auch das Brutverhalten ist fantastisch, alleine dafür lohnt es sich schon ein komplettes Aquarium nur für Kampffische einzurichten. Die Männchen bilden ein sogenanntes Schaumnest an der Oberfläche, entweder zwischen zwei oben schwimmenden Gegenständen, in einer Ecke, oder am liebsten unter, oder an einer Schwimmpflanze. Die Weibchen dürfen sich dem Nest nicht nähern, da das Männchen sich der Pflege widmet. Alle Angreifer werden sofort verjagt. Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen in einem ansehnslichen Paarungstanz. Das Weibchen verharrt nach einer Erfolgreichen Paarung eine Weile in einer Art Leichenstarre. Das Männchen sammelt dann die befruchteten Eier auf, und bringt sie zum Schaumnest. Den Rest der Brutpflege übernimmt das Männchen. Die Weibchen sollte man nach einer Erfolgreichen Paarung zügig entfernen, und in einem anderen Becken unterbringen. Die Weiber kann man ohne Probleme auch zu allen anderen Fischen setzen, da seine Fluchtversuche ansonsten das Schaumnest zerstören könnten.

Etwa 24-48 Stunden nach der Paarung schlüpfen die Jungen, und verbleiben vorerst ca. 3-4 Tage im Schaumnest, bevor die Larven ihren Dottersack aufgebraucht haben, und frei schwimmen. Nach ein bis zwei Tagen ab diesem Zeitpunkt muss zugefüttert werden. Jetzt wird es allerdings richtig aufwendig. Alle 2-3 Tage Wasserwechsel, täglich mehrfach zufüttern, entsprechendes Kraftfutter ist hier von Nöten, sprich Artemias Nauplien, Cyclops, Flüssigfutter und Staubfutter sollten auf jeden Fall vorhanden sein. Die Jungen brauchen abwechslungsreiches Futter damit sie schnell groß und Stark werden! Spätestens nach 8 Wochen müssen die Fische separiert werden, eher früher schon, wenn man Revierverhalten erkennen kann. Als Futter sind frisch geschlüpfte Artemias Larven natürlich absolut perfekt, ich habe euch links mal eine sehr gute Station von JBL verlinkt, die man auch erweitern kann. Bei der Aufzucht von Kampffischen würde ich 2-3 Ansätze gleichzeitig empfehlen, damit immer ausreichend artgerechtes Kraftfutter vorhanden ist, denn Artemias sind einfach, und schnell selbst hergestellt, das Starter Set enthält bereits alles was ihr braucht, die Erweiterungen bekommt ihr ebenfalls im Link direkt angeboten! Die Männchen müssen alle einzeln sitzen, da sie sich ansonsten bekämpfen würden. Hierbei muss man ein bisschen beobachten, denn das dominanteste Männchen sollte immer zuerst entfernt werden. Sprich, seht ihr das eines der Jungen bereits anfängt die anderen anzupopeln, müsst ihr es separieren! Die Weibchen sollten auf Dauer auch in kleineren Gruppen sitzen.

Stellt sich nun die Frage wieviele Junge kommen bei einer solchen Zucht raus!? Das ist schwer zu sagen, in Fachkreisen werden Gelege zwischen 100 und 500 Eiern gemeldet. Das bedeutet natürlich auch für den Züchter Stress, und vor allem finanziell irgendwo einen Einsatz, immerhin muss man davon ausgehen eine Menge Männchen separat setzen zu müssen, wenn man sie nicht direkt abgeben kann. Hier braucht man sicherlich eine Menge kleinerer Becken, die natürlich auch alle irgendwo auf 24 Grad gehalten werden müssen. Das ganze kann also ganz schön in Stress ausarten wenn man so darüber nachdenkt. Selbst wenn die Plastikbecken mit sagen wir mal 15-20 Liter Inhalt nicht wirklich teuer sind, so muss man ja auch über die Filterung und die Beheizung nachdenken, immerhin will man ja nicht in jedes Becken eine einzelne Pumpe reinhängen, und einen Heizstab. Dann kommen natürlich auch irgendwo sie Stromkosten für diese Fischmenge dazu die irgendwo gehändelt werden muss. Man kann natürlich auch größere Becken einfach mit einem Netz, oder einer Plexiglasscheibe trennen, um die Männchen zu separieren. aber das ist wieder eine Bastelanleitung die ich vielleicht später nochmal schreibe!

Bei Fragen stehe ich euch natürlich weiterhin telefonisch (Impressum) und per Mail zur Verfügung. Hat euch der Artikel geholfen, und/oder gefallen? Dann klickt doch oben rechts im Artikel mal auf die Sprechblase mit der Zahl drin, und hinterlasst einen Kommentar, es würde mich freuen ein bisschen Feedback zu bekommen!

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