Fragliche Manieren – Gearbest nicht die Besten!

Gearbest ist eine der bekanntesten und größten Internetseiten für China Gadget und mehr. Die Jungs haben sich spezialisiert darauf interessante Neuerungen und geniale Gadgets in die Ganze Welt zu bringen und das vor allem zu Preisen die sonst keiner in Europa toppen könnte. Laut eigenen Angaben hat Gearbest mehr als 9 Millionen zufriedene Kunden. Nach unserer letzten Bestellung jedoch bezweifeln wir das aufrichtig!

Anet A8

Die Kollegen von Sparblog.com wiesen vor kurzem auf ein Sonderangebot hin. Gearbest hatte einen vollwertigen 3D Drucker, den ANet A8 für gerade einmal 130 Euro im Angebot (Summe gerundet). Da ich persönlich schon immer einen 3D Drucker haben wollte war das mein Startschuss. Das dieses Teil sicherlich nicht das Non-Plus Ultra ist sollte jedem, alleine schon beim Preis und der Tatsache das ich das Ding alleine zusammenbauen muss, klar sein. Dennoch ist der Unterschied zwischen dem Prusa i3 Clone und einem 500 oder 1000 Euro Einsteigerdrucker kaum der Rede wert. Sind wir mal ehrlich, wer einen vollwertigen 3D Drucker haben will, der Druckteile so herstellen kann das sie für Endkunden verwendet werden können, der muss einiges mehr anlegen. Wir reden hier von einer hochwertigen Technik die locker im zweistelligen tausenderbereich zu suchen ist. Trotzdem war das natürlich kein Grund die Bestellung nicht zu tätigen. Immerhin ist Gearbest nun eine Seite die viele kennen und die auch schon tonnenweise Waren ausgeliefert hat…. so begann meine Odyssee…

Um eines vorweg zu schicken: ich habe keinerlei Probleme damit in china zu bestellen und die Chinaware auch zu nutzen. Die meisten Dinge werden sowieso in China, Japan, Taiwan und Co. gefertigt, also warum nicht direkt beim Hersteller kaufen?

Samstag den 01.07.2017 habe ich also endlich zugeschlagen und bei den Kollegen den Drucker bestellt. Dazu gab es natürlich einen Gutschein, damit der Drucker auch wirklich 130 Euro kostete. Den habe ich natürlich genutzt. Voraussetzung für die Nutzung des Gutscheines war ganz klar das der Artikel aus einem EU Mitgliedsstaat versendet wird und als Versandmethode “Germany Priority Line” ausgewählt wurde. Wer den Drucker für 130 Euro haben wollte der musste allerdings den Versand aus China wählen. Da ich dazu nicht bereit war habe ich 8 Euro mehr investiert und mir den Drucker aus Europa schicken lassen.

Nun musste ich etwa 2 Stunden nach der Bestellung eine Anfrage an den Support schicken. Von der Notiz “EU Warehouse” wurde die Notiz geändert auch “China Warehouse”. Auf die direkte Nachfrage von qo aus der Artikel versendet worden ist, ich erklärte ebenfalls das es für mich sehr wichtig ist, da ich sehr weit fahren muss, falls der Artikel aus China kommt und im Zoll hängen bleibt.

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Die Antwort fiel sehr ernüchternd aus! Man sendete mir die “aktuell behaupteten Versandinformationen”. Warum ich diese Formulierung verwende werdet ihr noch erlesen. Es hieß ich hätte mit “Germany Priority Express” aus China bestellt, zum Preis von 156 Euro (Betrag gerundet). Nun das das nicht stimmt wissen wir ja bereits. Ich fragte also erneut im gleichen Support Ticket nach. Die zweite Antwort war noch ernüchternder. Man kopierte die Versandinformationen aus meinem Profil und schickte mir diese mit dem Vermerk: Dahin haben wir verschickt. Nachdem ich dann die Chance nutzte und ein drittes mal die Frage stellte von wo mein Artikel versendet wurde, bekam ich die Antwort die Steuern seien mein Problem, so stünde es auch in den AGB. Ein viertes Mal fragte ich nun direkt und sehr energisch nach woher mein Paket kommt. Also 5 Tage nachdem ich bezahlt hatte und der Artikel verschickt wurde bat man mich freundlich zur Kenntniss zu nehmen das ich den Artikel aus China bestellt hätte. Der Aufpreis den ich bezahlt habe damit das Paket aus der EU verschickt wird, wurde eben mal ignoriert. Nachdem ich mich ganz offiziell beschwerte bekam ich wieder 24 Stunden später die Nachricht das es garnicht sein könnte das ich den Artikel aus Europa bestellt hätte, weil der Artikel ja garnicht für den Versand aus Europa angeboten würde.

Langsam aber sicher wurde ich immer angepisster. Natürlich gab es den Drucker mittlerweile nicht mehr aus Europa, die Aktion war ja auch seit mehreren Tagen abgelaufen und ausverkauft, der Preis war ja auch unschlagbar. Man schickte mir dann noch einen Screenshot dazu:

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Der Screenshot enthielt mittlerweile eine neue Information, das der Artikel erst zwischen dem 10.7 und dem 12.7 verschickt wird.

Meinerseits habe ich aber einen Screenshot der bestätigt das der Artikel bereits verschickt ist und zwar seit Sonntag dem 2.7.2017, als ich die Versandbestätigung bekommen hatte.

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Mittlerweile wurde auch die Rechnung geändert. Gearbest entschied ja im voraus für mich das ich im Paket keine Rechnung brauche. Die Rechnung lautet nun über 20 US$ was ein klarer Betrug wäre wenn ich das beim Zoll einreichen würde.

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Halten wir also fest:

1. Ich habe Aufpreis für einen Versand bezahlt der nicht erfolgt ist

2. Der Drucker wird nicht wie bestellt verschickt

3. Die Rechnung ist eine Fälschung

4. Im nachhinein werden Versanddaten verändert

5. Der Support ignoriert Fragen

6. Nachdem der Support die Frage endlich gelesen hat, wird man belogen!

7. Gearbest wollte eine Service Bewertung haben, die ist entsprechend negativ ausgefallen, natürlich mit kompletten Details und kompletter Erklärung des Sachverhaltes!

 

Wir schreiben heute den 7.7.2017 also exakt eine Woche nachdem ich den Drucker bestellt habe, eine Woche nachdem ich den Drucker bezahlt habe und ich habe nun wieder 24 Stunden nach dem letzten Kontakt gewartet. Natürlich hat mich niemand mehr kontaktiert. Man gibt sich keine Mühe das Problem aufzuklären oder sich zu entschuldigen.

Was hätte ich erwartet?

Ich hätte voon Gearbest erwartet das man sich flexibel zeigt. Wer 9 Millionen Kunden hat der sollte sich ein bisschen um diese Sorgen! Zumindest die Erstattung des Aufpreises und eine Entschuldigung, das wäre meiner Meinung nach das mindeste gewesen. Ich persönlich hätte dem verärgerten Kunden zudem einen großzügigen Gutschein gegeben, damit der verärgerte Kunde gereizt wird erneut zu bestellen und damit den Beweis zu bekommen das mein Unternehmen doch etwas leisten kann. Immerhin zahlt Gearbest seinen “Affiliate Partnern” also den werbetreibenden, die Kunden ranschaffen bis zu 12%. Wenn ich dem Kunden also einen 25 Euro gebe mit einem Mindestbestellwert von 50 Euro dann spare ich als Unternehmen bis zu 6 Euro Werbeprovision, eher mehr, dafür bekomme ich aber eventuell einen Kunden der wieder bestellt. Das wäre eine Option gewesen, aber so hätte ICH es gemacht, so macht es nicht jeder. Vor allem wenn der Kunde nachweislich im Recht ist!

Mein Fazit:

Ich fühle mich von Gearbest nicht nur belogen sondern betrogen! Ja ich erhebe den Vorwurf des gewerblichen Betrugs! Gearbest hatte seine Chance dieses Problem klarzustellen. Wer allerdings im nachhinein Versandinformationen, Rechnungen und Bestellbestätigungne manipuliert und seinen Kunden belügt, der sollte sein geschäft einstellen. Sowas geht garnicht!

Ich persönlich habe das erste UND das letzte Mal bei Gearbest bestellt!

So einen Mistverein brauche ich nicht nochmal!